Sonntag, 11. Februar 2018

Stephen King - Wahn

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Stephen King

Titel: Wahn

OT: Duma Key

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453265851

Deutsche Erstausgabe 2008

Seiten: 891

Einband: Gebunden

Genre: Drama, Grusel

Dazu passt: ein CHOPFAB-Bier



Wahn... 

Über Sinn und Unsinn deutscher Titel liesse sich ein ganzes Buch schreiben. Schon gut, schon gut. Ein ganzes Buch ist nicht wahr. Viel mehr wäre es ein Fortsetzungswerk...
Am besten gefällt es mir ja, wenn ein Werk mit ursprünglich englischem Titel dann einen neuen englischen Titel für die deutsche Ausgabe bekommt. Meist bei den Filmen so.
Der englische Titel gefällt mir bei Wahn besser: Duma Key. Auch die Umschlagsgestaltung gefällt mir bei HEYNE nicht so gut.
Wie dem auch sei, weshalb hier zum seichten Titel Wahn gegriffen worden ist, kann ich mir denken. Hat man die ersten 300 Seiten hinter sich, macht einem das Buch wahnsinnig, weil es einfach nicht voran kommen will...

"Was gut beginnt, mag schlecht enden."
– Navi M. Gray

In einem Satz

Erfolgreicher Unternehmer hat einen folgenschweren Unfall, nachdem ihn seine Frau verlässt, er auf eine Insel zieht, Künstler wird und sich bald in einer faden Gruselgeschichte wiederfindet.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Jein. 
Ich empfehle die ersten ca. 200-300 Seiten. Der idyllische Anfang ist ganz nach King. Ein wunderbares und sorgenfreies Leben wird beschrieben, welches dann durch einen Unfall völlig aus den Fugen gerät: er verliert seinen Arm, seine Frau lässt sich von ihm scheiden und er verfällt erst in Selbstmitleid. Schliesslich mietet Edgar The Big Pink, ein Haus auf Duma Key, einem abgelegenen Inselstück. Während seiner Strandspaziergänge lernt er seinen Nachbarn, Jerome Wireman, kennen und irgendwann beginnt er zu malen. Der Zufall oder das Schicksal will es so, dass er seine Bilder in einer Galerie ausstellen kann. Seine Nachbarin, die alte Elizabeth Eastlake hinterlässt ihm seltsame Botschaften auf dem AB. Die Bilder müssen Duma Key verlassen. Die Bilder sind mächtig. Man könnte von einem Fluch sprechen. Schliesslich werden brave Bürger zu Mördern und liebe Menschen sterben. Edgar, Wireman und Edgar's Gehilfe Jack Cantori machen sich schliesslich auf, um Ghostbusters zu spielen. Ja, sie gehen in der Tat auf Geisterjagd. Allerdings findet diese ziemlich gen Ende des Buches statt und die Luft dieser aufblasbaren Matratze ist längst draussen. Derart draussen, dass sie untergeht. 
Nicht einmal der Showdown, wenn man dieses seichte Geschmiere überhaupt den Ausdruck Showdown verdient, vermag es auch nur einen Hauch von Spannung aufkommen zu lassen. Ja, es ist recht enttäuschend... 
Ein Manuskript, das in King's bekannter Schublade hätte liegen bleiben können... 

Was ausserdem auch ätzend ist, sind diese elenden Kapiteleinleitungen Wie man ein Bild zeichnet...

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Ich hatte mich auf Wahn gefreut. Edgar war mir von Anfang an sympathisch, selbst dann noch, als er seine Frau erwürgen wollte. Ganz ehrlich? Die F*** hätte das verdient.
Irgendwann ging es einem dann gehörig auf die Nerven, immer die gleichen Wiederholungen lesen zu müssen, bezugnehmend zu Edgars Schmerzen und Phantomschmerzen.
Nach der ersten Geistererscheinung folgten unzählige Seiten unnötigen Blablas. Immerhin wurde Edgars Tochter, mit dem ungewöhnlichen Namen Ilse ermordet. Immerhin da kam ein bisschen Freude auf. Jedoch fehlt jede Spannung. Der Schluss ist seicht.


Und hier ganz unterschwellig, meine Meinung zum Buch als Name eines guten Schweizer Bierchens: