Samstag, 30. Dezember 2017

Stephen King / Owen King - Sleeping Beauties (der Tragödie 1. Teil)

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Stephen King

Titel: Sleeping Beauties

OT: Sleeping Beauties, 2017

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453271449

Deutsche Erstausgabe 2017

Seiten: 958

Einband: Gebunden

Genre: Fantasy

Dazu passt: ein bequemes Bett



Der Tragödie 1. Teil

Oh meine getreuen, Moloko Plus trinkenden Leser! (Dabei fällt mir ein, ich sollte Burgess' A clockwork orange mal wieder lesen...)
Hier behandeln wir der Tragödie erster Teil: die Rezension zum Inhalt des Buches. Folgen wird - noch heute oder dann im neuen Jahr - eine Rezension, wie ich sie noch nie zuvor verfasst habe. Sie wird sich mit mangelnden Orthographie befassen, welche mit den letzten Tagen des Caligula verglichen werden kann. Verstümmelung! Missachtung! Die Orthographie badet in einer blutigen, bestialisch zugerichteten infernalischen Entropie... Ich schweife ab... 

Mir ist bewusst, oh meine getreuen Leser, dass ich mich künftig dringendst eines neuen Zitates zur Umschreibung der Langeweile befleissigen sollte - ist das untenstehende doch bereits recht verbraucht und abgewetzt. Und zwar dergestalt, dass die einstige Patina so dünn geworden ist, dass man mühelos hindurch blicken kann. 

"Dieses Buch in Flaschen abgefüllt
ergibt ein prima Schlafmittel."
– Navi M Gray

Was haben sich die beiden Herren beim Schreiben dieser nahezu 1000 Seiten nur gedacht? Erschreckend war das Nachwort, in dem es heisst, es hätte zuvor eine umfangreichere Fassung gegeben. Ähm? Noch umfangreicher? Ich bedanke mich bei allen für die Kürzung verantwortlichen Menschen.
Auch wenn ich mit den folgenden Worten, Gefahr laufe, von eingefleischten King-Fans gelyncht zu werden, komme ich nicht umhin, meine Wahrheit dennoch zu entfesseln:
Ich gehöre zu den Menschen, die King's Kurzgeschichten für besser halten, als seine langen Romane. Natürlich bestätigen zahlreiche Ausnahmen diese Regel. Dennoch! Habe ich bisher keinen wirklich packenden King gelesen, der derart umfangreich war. Nehmen wir Die Arena bspw. auch da war es ein regelrechter Kampf.
Der Fairness halber sei gesagt, dass es mir ohnehin ablöscht, wenn ich in einem Buch ein Personenregister habe - welche ich stets konsultieren muss, um zu wissen, um wen es sich bei der entsprechenden Person handelt. Das war bei Die Arena nicht anders.
Auch muss ich zugeben, dass mich der Plot schon nicht sonderlich interessiert hat. Frauen werden von einer Schlafkrankheit befallen. C'mon Essé!
Dennoch! handelt es sich um einen King, weshalb er (der Roman) gelesen werden musste. Und so geschah es. Und ich sie (ich) sah, dass es schlecht war...
Oder um es mit den Worten, des letzten Kreuzritters in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug auszudrücken:

"Seine Wahl war...schlecht."

In einem Satz

Frauen werden von einer Schlafkrankheit befallen und in einen Kokon gehüllt, welcher - wenn denn zerstört - sie zu mörderischen Bestien macht und sie werden zerstört, von einer nun von Männern dominierten Welt, in der bald schon das Chaos ausbricht.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Nein!
Einerseits habe ich nichts für Fantasy übrig. Zweitens lesen sich diese 958 Seiten äusserst schleppend. Es dauert lange, bis das Buch den ersten Versuch startet ein bisschen Spannung aufzubauen. In der Hoffnung auf einen steigenden Spannungsbogen liest man weiter und wird enttäuscht - der Höhepunkt bleibt aus.
Erst auf den letzten paar Seiten kommt ein bisschen Spannung auf, obschon das Ende des ganzen Schlamassels absehbar ist.
Anders als bei anderen Werken, wirken die Figuren hier nicht lebendig. Vielmehr wird nahezu jedes menschliche Klischee krampfhaft abgedeckt - wenn teilweise auch nur am Rande erwähnt. Zu viele Personen spielen für den eigentlich Ausgang überhaupt keine Rolle und hätten auch weggelassen werden können. Die Detailverliebtheit des Autoren nervt in diesem Buch hin und wieder stark - zieht es das Ganze nur unnötig in die Länge.
Wir haben einen idyllischen Anfang, einen hinkenden und nur mit Krückstock langsam vorankommenden Mittelteil, einen Showdown, der gar nicht weiss, dass er einer ist und dann einen Epilog, der abgedroschener und absehbarer kaum hätte sein können.
King's sonst typischer Sarkasmus kommt viel zu kurz.

Die grosse Frage aber bleibt:

Was ist mit Menschen, die eine Geschlechtsanpassung hinter sich haben? Ein als Frau geborener Mann. Schläft dieser auch ein, weil er ja ursprünglich mal eine Frau gewesen ist? 
Eine als Mann geborene Frau? Was ist mit ihr? 
Wie sieht es mit Hermaphroditen aus? Schlafen oder nicht schlafen - das ist hier die Frage. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Du hast es geahnt und diese Ahnung sollte ihre Bestätigung finden.
Hierbei handelt es sich um ein stinklangweiliges Buch, das nicht recht weiss, wohin es will.
Die Frauen werden in Kokons gehüllt und landen in einer Art Paralleluniversum. An ihrem Ort. Die Männer beginnen durchzudrehen. Frauen werden verbrannt.
Schliesslich wird das Gefängnis, in dem Evie Black einsitzt eingenommen. Jedoch normalisieren sich die Geister der aufgebrauchten Meute von einer Minute auf die andere und so wird Evie nicht getötet. Man staune!
Die Frauen an diesem anderen Ort werden vor die Wahl gestellt und ausser Lila Norcross wollen alle zurück in diese ach so schlechte Welt voller ach so schlechter Männer.