Mittwoch, 8. Oktober 2014

James Carol - Broken Dolls


Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Carol, James

Titel: Broken Dolls, 2014

OT: Broken Dolls, 2014

Verlag: dtv

ISBN: 978-3-423-21550-3

Deutsche Erstausgabe 11/14

Erscheint im November 2014

Seiten: 381

Einband: Kartoniert

Genre: Thriller

Ähnliche Titel: Das Schweigen der Lämmer


Profiler Jefferson Winter sieht sich mit einem grausamen Täter konfrontiert, der seine Opfer einer Lobotomie unterzieht und sie so aus dem Leben stösst... Vier Frauen sind dem Täter schon in die Hände gefallen und nun ist eine fünfte Frau verschwunden...

James Carol erschafft mit der Figur Jefferson Winter, einen hochintelligenten, eigenwilligen und recht zynischen Profiler, welcher der Sohn eines Serienkillers und somit von seinen ganz eigenen Dämonen verfolgt ist.
Auch die weiteren Figuren, teilweise zwar klischeehaft, sind genial und geradezu passend!
Über zwei Seiten hinweg wird beschrieben, wie eine Lobotomie durchzuführen ist und welche Utensilien dazu von Nöten sind.
Die Spannung wird durch das gesamte Buch aufrecht erhalten. Rachel Morris verabredet sich ganz klischeegetreu mit einem Typen, den sie im Internet - schlimmer noch in einem Chatroom - kennengelernt hat und findet sich dann in einem kargen Raum vor, in welchem sie fortan Folter und Qualen ausgesetzt ist. Rachel's Vater, Donald Cole, ein Paradebeispiel für das Klischee vom Tellerwäscher, der zum Millionär wird, setzt Alles daran, seine Tochter lebendig zurückzubekommen und kommt den beiden Ermittlern erstmal in die Quere...
Teilweise fühlt man sich an Das Schweigen der Lämmer und Psycho erinnert, aber in positivem Sinne.

Broken Dolls ist mein Thriller-Favorit im Herbst 2014!

Auszug aus Kapitel 17
"Bei der Lobotomie werden Verbindungen des präfrontalen Cortex zum restlichen Gehirn durchtrennt. Dieser Teil des Gehirns hat mit unserer Persönlichkeit und dem Treffen von Entscheidungen zu tun. Unter anderem ermöglicht er uns, zwischen widersprüchlichen Gedanken zu unterscheiden (...). Durch eine Lobotomie zerstören Sie im Grunde die Persönlichkeit eines Menschen. Sie nehmen ihm seine Seele (...).
Dann haben Sie es mit einer transorbitalen Lobotomie zu tun, besser bekannt als Eispickellobotomie. Dieses Verfahren wurde Mitte der vierziger Jahre von Walter Freeman mit Hilfe eines Eispickels und einer Grapefruit entwickelt, daher der Name. Dabei wird das obere Augenlid angehoben und ein dünnes chirurgisches Instrument namens Orbitoklast bis zur Augenhöhle eingeführt. Mit einem kleinen Hammer wird das Instrument anschliessend durch den dünnen Knochen der Augenhöhle und in das Gehirn getrieben und dort in verschiedenen Tiefen hin und her bewegt. Dadurch wird Gehirngewebe zerstört. Anschliessend wir der Orbitoklast in die andere Augenhöhle eingeführt und die Prozedur wiederholt."