Freitag, 5. September 2014

Stephen King - Menschenjagd

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Stephen King (als Richard Bachman)

Titel: Menschenjagd

OT: Running Man, 1982

Verlag: Heyne (what else -_^)

Ausgabe 1986
ISBN: 978-3-453-02291-1
aktuelle Ausgabe
ISBN: 978-3-453-43580-3

Deutsche Erstausgabe: 1986

Seiten: 253

Einband: Kartoniert

Genre: Sci-Fi



Ähnliche Titel: Soylent Green, 1984


Die Regeln sind einfach: Der Spieler erhält vor Beginn des Spiels Geld und einen 12-stündigen Vorsprung. Schliesslich wird er von Kameras verfolgt und von einer Truppe bereitwilliger Jäger gejagt und bestenfalls getötet.

Bestimmt hat jeder Mensch meiner Generation die Verfilmung, mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle, schon einmal gesehen. Wer dazu noch das Buch gelesen hat, wird sich, wie ich, fragen, wie man von diesem Buch auf eben diesen Film kommen konnte. Die Gemeinsamkeiten sind, wie so oft, rar. Die Hauptfigur trägt den Namen Ben Richards, die Sendung heisst Running Man resp. Menschenjagd und der TV-Gott heisst Killian.

Mir gefällt der Film trotzdem nach wie vor. Nostalgie und Charme der 80er Jahre, mit einem witzigen Arnold Schwarzenegger. -_^

Das Buch ist, wie so viele Sci-Fi-Bücher, ein Blick in eine mögliche Zukunft. Das Jahr 2025. Die Weltwirtschaft ist zusammengebrochen. Nahrung ist Mangelware. Wir sehen uns an Soylent Green erinnert. Die einstige Demokratie existiert nicht mehr.
Der Besitz eines Free-Vee-Fernsehers ist Gesetzt, ähnlich wie damals jeder Haushalt Mein Kampf als Standardwerk im Bücherregal stehen haben musste. 24h lang wird Reality TV gezeigt, diverse Shows, in denen Menschen sich für Geld foltern lassen.
Ben Richards, im Buch ein Familienvater, der Geld benötigt, um Medizin für sein krankes Kind kaufen zu können, lebt in den Slums von Co-Op-City. Die Luftverpestung ist so stark, wie noch nie. Die häufigste Todesursache ist "Asthma" bzw. Lungenkrebs.
Das Fernsehen soll die Bürger vom Nachdenken abhalten. Während sich die Reichen Nasenluftfilter leisten können, sterben in den Slums sogar Babies and Lungenkrebs.

Ben Richards bewirbt sich beim Sender und wird prompt für die beliebteste und grösste Sendung ausgewählt: Menschenjagd.ng. Nach Ablauf dieser Zeit wird die Jagd auf ihn eröffnet. Für jeden Tag, den er durchhält, bekommt seine Frau einen Geldbetrag ausbezahlt, für jeden Polizisten, Jäger etc, den er umbringt, erhält sie ebenfalls Geld.

Die im Film genannten Jäger, Dynamo, Sub-Zero, Buzz-Saw existieren im Buch nicht. Auch der recht amüsante Captain Freedom ist nicht vorhanden. Jäger sind gewöhnliche Menschen, die Geld für Hinweise über Richards Aufenthaltsort erhalten. Für seinen Tod gibt es ebenfalls Geld.

Die Figur Ben Richards ist an Sarkasmus nicht zu überbieten. Was habe ich über dessen total bescheuerte Sprüche lachen müssen.

Die 253 Seiten sind durchweg spannend und der Schluss ist eine Meisterleistung!

King hat den Roman innerhalb von 72 Stunden geschrieben, wofür er die 5/5 Punkten redlich verdient hat.
Inspiriert wurde er möglicherweise von Sheckleys Kurzgeschichte "The prize of Peril", welche als "Das Millionenspiel" verfilmt wurde. Bei uns wurde der Film vom WDR ausgestrahlt. Der Sender erhielt daraufhin Anfragen von Zuschauern, die sich als Jäger und sowohl auch als Gejagte bewerben wollten, da sie die Sendung für real hielten. Erinnert uns das nicht ein klein wenig, an das Hörspiel von Orson Wells? -_^

King selbst, findet die Verfilmung "ganz nett", aber "sein Film" ist es nicht.
Dies könnte daran liegen, dass einmal mehr ein liebender Familienvater, zu einem gefühlskalten Schlächter gemacht wurde - wie etwa in Kubrick's Shining.