Samstag, 10. Mai 2014

Amélie Nothomb - Der japanische Verlobte

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Nothomb, Amélie

Titel: Der japanische Verlobte, 2010

OT: Ni d'Ève ni d'Adam, 2007

Verlag: Diogenes

ISBN: 978-3-257-24151-8

Deutsche Erstausgabe 2012

Seiten: 162

Einband: Kartoniert

Genre: Satire, Liebesroman

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Für jeden Japan-Begeisterten ein Muss!

Ein weiteres Meisterwerk der Grossmeisterin Amélie Nothomb, in dem sie den teils nahezu irrationalen Wahnsinn japanischer Eigenheiten schildert. Sie beschreibt in, der für sie typischen, satirischen Weise, wie sie die Beziehung mit einem heiratswilligen Japaner, hin und her gerissen, zwischen Höflichkeit, Liebe und Mut zur Wahrheit, irgendwie meistert, bis zum (bitteren) jähen Ende.

Auszug über die Zubereitung und den Wahnsinn von "Schweizer Käsefondue"
"Mögen Sie Schweizer Fondue? (...) Ich habe die Ausrüstung mitgebracht."
Nach und nach sollte ich den Kult kennenlernen, den die Japaner der entsprechenden Ausrüstung für die unterschiedlichsten Bereiche des Lebens weihen: Es gab eine Ausrüstung für die Berge, eine für das Meer, (...) heute Abend eben die Ausrüstung für das Schweizer Fondue. Bei Rinri zu Hause gab es einen ordentlich sortieren Raum, in dem die Koffer für diverse Handlungen stets bereitstanden. 
(...) ein Rechaud mit intergalaktischem Brenner, ein antihaftbeschichtetes Caquelon, ein Säckchen Schaumstoffkäse, eine Flasche Frostschutzweiswein, sowie Würfel aus unvergänglichem Brot (...) Er tat Schaumstoff und Frostschutzmittel in das Caquelon (...)
Fäden, die ja, wie jeder weiss, das eigentliche Ziel des Schweizer Fondues sind. Ich nahm das Ding in den Mund und kaute: Es hatte absolut keinen Geschmack. Ich begriff, dass die Japaner das Schweizer Fondue wegen seiner spielerischen Seite liebten und eine Variante erfunden hatten, dank der sie die einzig ärgerliche Kleinigkeit bei diesem traditionellen Gericht eliminierten: den Geschmack."